Case Study – Komplettpaket für die Magazinerstellung


Komplettpaket für die Magazinerstellung

Automatisierte Medienproduktion vom ersten Buchstaben bis zum fertigen Layout

Das Schweizer Magazin Wanderland hat die Medienproduktion fest im Griff. Entlang der kompletten Prozesskette werden die Inhalte workflowbasiert erstellt und verwaltet, zentral gespeichert und automatisiert publiziert. Dynamic Publishing heißt das Zauberwort.



Alle Artikel werden im Layout des Magazins Wanderland automatisch als InDesig-Datei gerendert



Die Dachorganisation der kantonalen Wanderweg-Fachorganisationen, Schweizer Wanderwege, hat es sich zum Ziel gesetzt, den in der Schweiz ohnehin beliebten Sport des Wanderns zu fördern. Das Magazin Wanderland, das alle zwei Monate erscheint, ist eines der zentralen Mittel, um die Wanderlust der Schweizer anzuregen. Hier werden den interessierten Lesern nicht nur die schönsten Routen beschrieben, sondern mit acht Wandervorschlägen gleich ein konkretes Hilfsmittel an die Hand gegeben, die Touren selbst erleben zu können.

Die Idee hierzu entstand schon recht früh. Die heraustrennbaren Wandervorschläge in der Heftmitte sollten mit einem Kartenausschnitt, einem Längenprofil, dem Streckenverlauf, einem kurzen Informationstext und natürlich einem stimmungsvollen Bild nicht nur alle wesentlichen Informationen enthalten. Der Vorschlag sollte auch direkt in die Tat umgesetzt werden können und Lust auf besondere Strecken wecken.

In der Umsetzung wurden anfangs die Wandervorschläge in InDesign gestaltet und schließlich unter dem Titel „Wandern à la carte“ zusammengestellt.

Struktur gesucht

Diese Idee wurde von den Lesern mit großem Interesse angenommen. Ein Wermutstropfen bei der Verwirklichung des Magazins war allerdings die Tatsache, dass sich der Workflow durch die sehr unterschiedlichen Elemente und die notwendige Zusammenarbeit gleich mehrerer Autoren, Redakteure und Lektoren doch sehr schwierig gestaltete. Letzteres war ohnehin ein großes Problem für die kleine Redaktion. Um die Wanderreportagen zu erstellen, ist es notwendig, dass die Autoren die Routen selbst erkunden und ausprobieren. Das ist natürlich nicht allein von zwei Redakteuren zu bewältigen. Mit dieser Recherche werden deshalb in der Regel freie Journalisten beauftragt, die überall in der Schweiz und im nahen Ausland verteilt sind und deren Arbeit es zu koordinieren gilt. Bislang wurden hierfür die Artikel und Reportagen als Word-Datei vor allem per E-Mail zwischen Redaktion und Autoren hin und her gesendet.

Diese Vorgehensweise führte bisweilen zu einem unübersichtlichen Workflow und bescherte einiges an Mehraufwand. Aus diesem Grund wurde ein Redaktionstool gesucht, welches dem Arbeitsablauf zusätzlich Struktur verleiht und die Prozesse vereinfacht. Der zweite wichtige Punkt war, dass die verschiedenen Autoren, Lektoren und Redakteure webbasiert Zugriff erhalten sollten, ohne dazu extra Plug-Ins installieren zu müssen. Um die Printpublikation schnell und kostensparend produzieren zu können, war zudem eine effektive und automatisierte Publishing-Lösung gefragt. Mit diesem Anspruch wandte man sich an das Druck- und Medienunternehmen Weber Benteli, da deren Redaktions- und Publishinglösung publish.Cube3 als webbasierte Anwendung für die freien Redakteure einen leichten Einstieg bietet. Dies kommt den Arbeitsprozessen der Wanderland-Redaktion entgegen und ermöglicht einen effizienten Workflow. Bestandteil von publish.Cube3 ist der leistungsfähige InBetween Professional Server, welcher nach erfolgtem Redaktionsschluss ein effektives Publizieren ermöglicht.

Intelligenter Workflow

Bereits in der Planungsphase werden nun die Reportagen, die Wandervorschläge und alle weiteren Artikel im Redaktionssystem eingerichtet. Die dazu erstellten Ordner spiegeln die Struktur des Magazins exakt wider. Die Autoren werden dann per E-Mail darüber unterrichtet, dass ihre Wandervorschläge freigegeben sind. Sofort nach Freigabe können die Redakteure über ihren Webbrowser mit der Arbeit beginnen. Abbildungen können im integrierten Media Asset Management hochgeladen werden, welches es erlaubt, einen Titel sowie Metadaten, etwa den Namen des Fotografen, hinzuzufügen und die Bilder mit Schlagworten zu kennzeichnen.



Automatisch generierte Magazinseiten und Karten mit Wandervorschlägen in zwei Sprachen

Automatisch generierte Magazinseiten und Karten mit Karten und Wandervorschlägen in zwei Sprachen



Der Autor wird durch eine intuitiv zu bedienende Oberfläche unterstützt, die gleichzeitig dafür Sorge trägt, dass die redaktionellen Vorgaben eingehalten werden. So kann ein Text zum Beispiel nicht abgespeichert werden, wenn der Titel zu viele Zeichen enthält. Das entlastet zusätzlich die Redaktion, die ansonsten solche Fehler entweder selbst beheben oder den Text solange immer wieder an den Autoren zurücksenden muss, bis alles stimmig ist. Allein an dieser Stelle wird der Prozess deutlich verkürzt, der Workflow gewinnt an Struktur.

Sobald der Autor die Arbeit an dem Artikel abgeschlossen hat, wird das Lektorat mit einer Workflow-Benachrichtigung informiert und beginnt mit dem Redigieren. Ab diesem Zeitpunkt kann der Autor keine Änderungen mehr vornehmen. Für das Schweizer Magazin ist auch die Übersetzung wichtig, denn das Heft erscheint auf Deutsch und Französisch. Diese erfolgt direkt im Anschluss an die Korrektur. Um die Arbeit des Übersetzers zu erleichtern, wird im Redaktionssystem dazu ein zweites Fenster geöffnet, in welchem der französische Text eingetragen werden kann. Das nächste Glied in der Kette ist schließlich die Chefredaktion, der mitgeteilt wird, dass der Artikel korrigiert und übersetzt im System vorliegt.

Wie gedruckt

Dieser automatisierten Contenterstellung folgt als nächster logischer Schritt das automatisierte Publizieren. Dazu wird beim publish.Cube3 die Dynamic Publishing-Software von InBetween eingesetzt. InBetween bietet den großen Vorteil, dass die Printausgabe in hohem Maße automatisiert und innerhalb kurzer Zeit nach Redaktionsschluss fertiggestellt werden kann.

Die Inhalte der Ausgabe werden zunächst aus dem publish.Cube als XML-Datei exportiert und in InBetween übernommen. Im InBetween Projekt sind alle von Wanderland definierten Regeln für Stile, Layoutvorgaben und Satzautomatisierung in sogenannten Templates, also zentral verwaltete Gestaltungsvorgaben, definiert. Gerade bei der Automatisierung eines Magazin-Layouts kommt es auf ein ausgeklügeltes Regelwerk für Verdrängung und Anordnung der einzelnen Elemente auf den Seiten an. So eingerichtet wird nun durch den InBetween Server automatisch ein Adobe InDesign-Dokument gerendert.



Heraustrennbare Wandervorschläge helfen die Touren in die Tat umzusetzen


Das Ergebnis entspricht bereits weitestgehend dem fertigen Layout des Magazins. Somit reduziert sich die Arbeit der Mediengestalter im Feinlayout auf ein Minimum. Als manuelles Finishing müssen nun nur noch die Bilder in den Reportagen und Artikeln für den Druck aufbereitet und individuell platziert werden.

Bei den Wandervorschlägen spielen die dynamischen Tabellenfunktionen von InBetween ihre Trümpfe dann voll aus. Es sind kaum noch Anpassungen vorzunehmen, im Grunde wird „Wandern à la carte“ druckfertig ausgegeben.


Interview:

Dynamic Publishing– Dynamische Prozesse

Beim Magazin Wanderland ist dezentrales Arbeiten eine Notwendigkeit. Der Verlagsleiter Thomas Gloor berichtet über die Herausforderung, freie Journalisten, Redakteure, Lektorat und Übersetzung sowie Layout unter einen Hut und in einen funktionierenden Workflow zu bringen.

Herr Gloor, der Sport des Wanderns ist geprägt von Aktivität. Wie gelingt es, dieses hohe Maß an Dynamik in einem Printmagazin einzufangen?
Das Konzept des Magazins beruht auf den vier Wanderreportagen, in denen jeweils eine bestimmte Region den Lesern vorgestellt und näher gebracht wird. Damit es aber nicht bei der Theorie bleibt, gibt es noch acht heraustrennbare Wandervorschläge. Mit „Wandern à la carte“ unterstützen wir alle Leser, aktiv zu werden und die vorgeschlagenen Wanderausflüge in die Tat umzusetzen.
Die weiteren Rubriken, unter anderem „Standpunkte“, mit Kommentaren zu Problemen und Herausforderungen, „Rund ums Wandern“, „Wandern im Ausland“ oder „Persönlich“, in der interessante Persönlichkeiten vorgestellt werden, vermitteln spannende Informationen und nützliche Tipps, die durch die enge Anbindung an das Interessensgebiet des Lesers sehr gut angenommen werden. Alles in allem erhalten unsere Leser auf diese Weise viele wertvolle Tipps für ihre eigenen Wanderungen.

Das klingt fast so, als wären auch die Redakteure ständig unterwegs?
Es sind vor allem freie Journalisten, welche die Wanderungen abmarschieren, und ihre Erfahrungen schließlich zu Papier bringen.

Wird dadurch die Produktion des Magazins nicht erheblich erschwert?
Natürlich arbeiten die freien Journalisten nicht in der Redaktion, sondern weitgehend von zu Hause aus. Deshalb war es für uns ein wichtiger Aspekt, dass mit dem neuen Redaktionstool die Autoren in die Lage versetzt werden, von überall aus Zugriff nehmen zu können. Das funktioniert heute ganz einfach über das Internet. Es reicht, den Webbrowser zu öffnen und sich mit einem Passwort einzuloggen, dann können die Texte strukturiert in ein Formular eingegeben werden. Wenn jemand, sei es nun der Autor oder das Lektorat, Übersetzung oder Redaktion, mit einem Arbeitsschritt fertig ist, wird automatisch der nächste Arbeitsschritt per Workflow-Benachrichtigung ausgelöst.

Was waren hier die weiteren Anforderungen?
Ein entscheidendes Kriterium war für uns die zentrale Speicherung des Contents, damit wir diesen für die Printausgabe und weiteren Anwendungen wie ein Onlinemagazin oder Onlinewandervorschläge nutzen können. Vor fünf Jahren gab es einen Relaunch unseres Magazins. Wir mussten das Layout etwas auffrischen. Diesen Anlass haben wir bereits für ein Pilotprojekt genutzt, Content zentral zu speichern.
Dies ist alles Voraussetzung, um effektiv ein Printmagazin zu produzieren. Durch den Einsatz von InBetween als Automatisierungslösung konnten wir den Produktionsprozess bei unseren Dienstleister Weber Benteli erheblich verkürzen und effektiver organisieren.

Gibt es bereits online verfügbarer Content?
Der nächste Schritt noch in diesem Sommer wird sein, zunächst die Wandervorschläge für Leser online verfügbar zu machen. Es reicht, sich mit Lesernummer und Passwort einzuloggen, um sämtliche Wandervorschläge, die in den letzten vier Jahren erstellt wurden, herunterladen zu können. Darüber hinaus überlegen wir derweil, wie wir die Inhalte des Magazins noch wirkungsvoller in Form eines Onlinemagazins präsentieren können. Das ist aber eine Frage des Geschäftsmodells, denn wir möchten die Inhalte nicht einfach gratis ins Netz stellen. Es darf nicht zu einer Kannibalisierung des Printmagazins und damit verbunden rückläufigen Abonnentenzahlen kommen. Wir sehen Print als das zentrale Medium, das wir durch ein attraktives Onlineangebot ergänzen wollen. Das funktioniert bisher auch sehr gut. Derzeit sind wir in der glücklichen Lage, dass wir 700 bis 1.000 neue Abos pro Jahr abschließen können, so dass die Auflage kontinuierlich gesteigert wird. Das wollen wir natürlich nicht mit einem vollwertigen Onlinemagazin torpedieren. Wir wissen daher noch nicht ganz genau, wie das Ganze letztendlich aussehen wird, können uns aber vorstellen, dass wir jeweils ein oder zwei Artikel als Teaser online veröffentlichen.


Schweizer Wanderwege

Die Dachorganisation Schweizerische Wanderwege wurde 1934 als Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege gegründet und vereinigt die Wanderweg-Fachorganisationen der Kantone und des Fürstentums Liechtenstein.
Die Schweizer Wanderwege setzten sich nachdrücklich für ein attraktives, flächendeckendes und sicheres Wanderwegnetz in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein ein, welches einheitlich und lückenlos signalisiert ist. Der Schutz der Natur und Umwelt ist ein zentrales Anliegen der Schweizer Wanderwege. Sie engagieren sich dafür, dass Wandern und Wanderwege in Einklang mit der Natur und Umwelt stehen.


Hier gibt es die Case Study zum Download